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Stadtkirche Neustadt

Liebe Leserinnen und Leser!
 
„Siehe, dein König kommt zu dir, e
in Gerechter und ein Helfer“ (Sacharja 99)
 

Sadhu Sundar Singh, ein be­kannter indischer Christ und Gelehrter, erzählte einmal in einer kleinen Geschichte, wa­rum es überhaupt Weihnach­ten werden musste, warum Gott Mensch wurde. Er be­richtete: „Ein König hatte einen Minister, einen äußerst gebil­deten Mann, der Christ wurde und seinen Glauben vor dem ganzen Volk nicht versteckte. Er erklärte, dass er an den Christus glaube, der in diese Welt gekommen sei, um sie von Gottesferne und Tod zu erlösen. Der König konnte das überhaupt nicht verstehen. „Wenn ich will, dass etwas geschehen soll, dann gebiete ich es meinen Dienern, und das genügt. Warum denn in aller Welt sollte der König aller Könige selbst in diese Welt kommen?“
 
Der König wollte den Minister wegen seines Christusglau­bens entlassen. Weil er ihn aber sehr schätzte, versprach er ihm Bewährung, wenn er ihm eine zufrieden­stellende Antwort auf diese Frage geben könnte. „Gebt mir 24 Stunden Zeit, Majestät“, erwiderte der Minister, „und ich will euch antworten.“
 
Er ließ einen geschickten Schnitzkünstler holen und bat ihn, eine Puppe anzufertigen und sie genau so zu kleiden wie das 2-jährige Kind des Königs. Am folgenden Tag machte der König eine Bootsfahrt. Der Schnitz­künstler war angewiesen, sich am Ufer des Flusses aufzuhalten und auf ein vereinbartes Zeichen die Puppe ins Wasser zu werfen. Der König sah die Puppe fallen, und in der Meinung, es sei sein Kind, sprang er ins Wasser. Der Minister fragte ihn dann, warum er selbst sein Kind habe retten wollen, wo doch ein einziges Wort an seine Diener genügt hätte. „Es ist das Herz des Vaters, das so handeln musste!“ erwiderte der König. Und der Minister antwortete: „So hat sich auch Gott nicht damit zufrieden ge­geben, den Menschen nur eine Botschaft zukommen zu lassen, beziehungsweise über Mittelsmänner zu handeln, son­dern es war seine uner­messliche Liebe, die ihn zum Entschluss führte, selbst zu uns zu kom­men…“
 
 
 
Gottes Liebe bewog ihn, Mensch zu werden, in Jesus Christus einer von uns zu werden. Bethlehem, die Krippe, die Boten des Himmels, Zeichen seines Kommens. Und wir als Chris­ten feiern Weihnachten: Gott kommt zu uns! Sollten wir als so reich beschenkte Men­schen nicht auch zeichenhaft zu Weihnachten denen schen­ken, mit denen wir uns ver­bunden fühlen?
 
In unserer Gemeinde Neustadt treffen sich Menschen, die wissen, dass der Mensch mehr ist als ein Einwegprodukt Ex und Hopp. Menschen, die wissen, dass jeder Einzelne ein von Gott geliebtes Du ist, trotz vieler Macken und Un­zulänglichkeiten. Jeder ist herzlich eingeladen, hier in unserer Gemeinde sich zu­hause zu fühlen. Wir sind alle auf dem Weg, noch nicht am Ziel. Aber wir würden uns rie­sig freuen, wenn noch viele andere sich unserem Weg an­schließen, seit Weihnachten reich beschenkt.

 
Ihnen allen im Namen aller
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
ein wunderschönes, gesegnetes
Weihnachtsfest und ein inhaltsreiches,
erfülltes Neues Jahr 2012.
Ihr Propst Dr. Otto-Uwe Kramer                    


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